Krähen stehen auf trockenem Gras in den Leyton Flats im Osten Londons, Großbritannien, 22. Juli 2026. /VCG
Krähen stehen auf trockenem Gras in den Leyton Flats im Osten Londons, Großbritannien, 22. Juli 2026. /VCG
Der Klimawandel verschlimmert die Dürre in Europa in diesem Jahr, da extreme Hitze die Wasservorräte verdunstet, sagten Wissenschaftler in einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse, nachdem niedrige Wasserstände die Schifffahrt, die Landwirtschaft und die Industrie in Ländern wie Rumänien und Griechenland beeinträchtigt hatten.
Viele europäische Länder erleben diesen Sommer Dürrebedingungen. Frankreich befürchtet die kleinste Maisernte seit 50 Jahren, während Rumänien den Landwirten den Zugang zu Wasser für die Bewässerung eingeschränkt hat, die Niederlande letzte Woche Wasserknappheit ausgerufen haben und sieben griechische Inseln Dürrenotfälle ausgerufen haben, um Wasser zu sparen.
Laut einer Analyse der Klimaforschergruppe World Weather Attribution war der Klimawandel nicht die Ursache für den Regenmangel im April und Juni dieses Jahres.
Die Rolle des Klimawandels bei der aktuellen Dürre besteht vielmehr darin, dass er direkt zu extremer Hitze beigetragen hat, die die Wasserverdunstung aus den Böden beschleunigt.
Laut WWA waren die Bedingungen des Verdunstungspotentials in Westeuropa im Januar und Juni 80-mal wahrscheinlicher und in Osteuropa 40-mal wahrscheinlicher als in vorindustriellen Zeiten, bevor Menschen begannen, fossile Brennstoffe im industriellen Maßstab zu verbrennen.
„Extreme Hitze wird zur Hauptursache für Dürre auf unserem Kontinent“, sagte Sarah Kew, Klimawissenschaftlerin beim Königlichen Niederländischen Meteorologischen Dienst.
„Wir sehen, wie die Wasservorräte aus unseren Böden und Flüssen schneller verdunsten, als dies in einer Welt ohne Klimawandel der Fall wäre, wodurch sich aus überschaubaren Trockenperioden schwere Dürren entwickeln“, sagte er.
Wissenschaftler sagten, die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Klimawandel die Art und Weise, wie Dürren in Europa entstehen, verändert, wobei mangelnder Regen eine untergeordnete Rolle spielt, während wärmere Luft, die verhindert, dass Regen auf dem Boden bleibt, mehr dazu beiträgt.
Einer WWA-Analyse zufolge ist die Wahrscheinlichkeit landwirtschaftlicher Bodendürren in Westeuropa aufgrund des Klimawandels inzwischen fünfmal höher und in Osteuropa sogar elfmal höher.
Quelle(n): Reuters