Invasive Schlangen: Grün-gelbe Peitschenschlangen auf einer deutschen Mülldeponie

Invasive Schlangen: Grün-gelbe Peitschenschlangen auf einer deutschen Mülldeponie

Veröffentlicht am 21.07.2026 – 13:43 GMT+2•Aktualisiert 16:32

Im Deutschen werden Schlangen der Gattung Coluber „Zornnatter“ genannt, weil sich diese Tiere, wenn sie gefesselt werden, heftig und aggressiv durch Beißen und Quetschen wehren. Die grüngelbe Zornnatter (Coluber viridiflavus) kann bis zu 1,5 oder sogar 2 Meter lang werden.

WERBUNG


WERBUNG

„Stellen Sie sich vor, Sie stecken Ihre Hand in eine Brombeere und bekommen am Ende viele kleine Kratzer auf der Haut. So ungefähr fühlt es sich an, wenn man in eine Zornnatter beißt“, erklärte er in einem Beitrag des öffentlich-rechtlichen Senders SWR. Daher sind Schlangen für den Menschen nicht wirklich gefährlich.

Viele Tierschützer sehen in der Präsenz von Zornnattern ein Zeichen für eine intakte Natur. Die Reptilien sind meist schwarz mit einer zarten gelbgrünen Zeichnung; Ihre gut getarnten Schuppen machen sie im Gras und in der Vegetation nahezu unsichtbar.

Artenschutz Franken, eine Organisation, die sich für den Erhalt der Artenvielfalt in Deutschland einsetzt, berichtet mit Fotos (Quelle auf Deutsch), dass Zornnattern auf den Straßen häufig von Autos angefahren werden, und fordert den Schutz dieser Schlangen.

Warum sind grün-gelbe Zornnattern in Deutschland ein Problem?

Landschaftsökologe Laufer, der auf einer Mülldeponie in Zweibrücken, etwa 40 Kilometer von Saarbrücken entfernt, grün-gelbe Zornnattern fängt, ist ebenfalls Amphibienschützer. „Auf der Mülldeponie gibt es kaum noch Eidechsen. Sie fressen nicht zuletzt Mäuse oder junge Ratten. Aber Eidechsen sind ihre Lieblingsbeute“, sagt Hubert Laufer.

Und er erklärt: „Die Zornnattern sind invasiv und haben negative Auswirkungen auf die einheimische Fauna in Deutschland. Deshalb wollen wir die Zornnattern so schnell wie möglich abfangen.“

Coluber viridiflavus kommt tatsächlich in Südfrankreich und Italien vor. In Deutschland handelt es sich bei diesen Schlangen um eine invasive Art, die heimische Tiere bedroht und damit die Artenvielfalt gefährdet, ähnlich wie der giftige Kugelfisch im Mittelmeer andere Fischarten verdrängt.

Auf der Deponie Zweibrücken verstecken sich Zornnattern besonders gerne unter Asphalt, da es sich darunter schnell aufheizt und die Tiere aus Südeuropa höhere Temperaturen lieben.

Der Experte Laufer geht davon aus, dass die Schlangen 2017 mit dem dort entsorgten Hausmüll auf die Mülldeponie gelangten. „Unter ihnen muss ein schwangeres Tier gewesen sein. Sie haben sich fortgepflanzt.“ Offenbar befinden sich derzeit mehrere hundert grüne und gelbe Zornnattern in und um die Deponie.

Aufruf zur Beobachtung: Sichtungen von Zornnattern mit Foto melden.

Der für die Deponie Mörsbach zuständige Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) bittet alle, die glauben, in der Region eine Zornnatter gesehen zu haben, dies ebenso wie den Schlangenfänger zu melden.

Laufer gibt die Schlangen, die er fängt, an Menschen weiter, die die Tiere unter angemessenen Bedingungen halten und sicherstellen können, dass sie keine Eidechsen und andere Reptilien fressen.

Als Anerkennung für sein Engagement verlieh der BUND Baden-Württemberg Hubert Laufer 2025 den Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis.

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *