Deutschland und Frankreich sind sich in Verteidigungs- und Handelsangelegenheiten mit China einig

Deutschland und Frankreich sind sich in Verteidigungs- und Handelsangelegenheiten mit China einig

Deutschland und Frankreich haben sich am Freitag verpflichtet, die Verteidigungszusammenarbeit zu stärken, die Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung zu stärken und ihre Reaktion auf die wirtschaftlichen Herausforderungen Chinas zu koordinieren, da Europa angesichts der globalen Unsicherheit nach größerer strategischer Autonomie strebt.

Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron kündigten nach Gesprächen am Rande einer regulären deutsch-französischen Kabinettssitzung eine Reihe gemeinsamer Initiativen an.

Die Diskussionen fanden Monate nach dem Scheitern der Pläne für ein gemeinsames Kampfflugzeugprojekt statt, ein Rückschlag, der die Verteidigungszusammenarbeit zwischen den beiden Ländern belastet hatte.

„Wir tun das Notwendige, um unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unsere kollektive Verteidigung zu wahren“, sagte Friedrich Merz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Die beiden Staats- und Regierungschefs skizzierten Pläne für eine engere Zusammenarbeit bei wichtigen Verteidigungsfähigkeiten, einschließlich Raketenabwehrsystemen und Langstreckenangriffstechnologien.

Eine wichtige Ankündigung war die Teilnahme Deutschlands an einer französischen Nuklearübung später in diesem Jahr, was einen bedeutenden Schritt beim Ausbau der Verteidigungskooperation zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Europas darstellt.

„Wir werden noch in diesem Jahr deutsche konventionelle Streitkräfte an einer Nuklearübung der französischen Streitkräfte beteiligen“, sagte Merz.

Der Schritt spiegelt die wachsende Besorgnis in Europa über die Zukunft der US-Sicherheitsverpflichtungen gegenüber dem Kontinent und die zunehmenden Forderungen nach einer stärkeren europäischen Verteidigungsposition wider.

Merz betonte, dass jede Zusammenarbeit mit Frankreichs nuklearer Abschreckung die bestehenden Atomabkommen der NATO ergänzen und nicht ersetzen würde.

Deutschland bleibt Teil des NATO-Rahmens zur nuklearen Teilhabe, nach dem US-Atomwaffen im Land stationiert sind und bei Bedarf deutsche Flugzeuge zur Abschreckung eingesetzt werden können.

Macron sagte, Frankreich sei weiterhin bestrebt, die volle Kontrolle über sein Atomwaffenarsenal zu behalten und werde das Programm weiterhin unabhängig finanzieren.

„Die Finanzierung des französischen Atomprogramms wird immer von Frankreich bereitgestellt“, erklärte er.

Der französische Präsident sagte, eine engere Zusammenarbeit werde sich auf den Informationsaustausch, gemeinsame Übungen und den Aufbau von Vertrauen zwischen Militärpersonal und Verteidigungsexperten konzentrieren.

Er fügte hinzu, dass eine stärkere nukleare Zusammenarbeit zur europäischen Sicherheit beitragen würde, indem sie die Unsicherheit für potenzielle Gegner erhöht.

Bedenken hinsichtlich China

Neben Verteidigungsfragen äußerten beide Staats- und Regierungschefs ihre Besorgnis über die Wirtschaftspolitik Chinas und argumentierten, dass die europäischen Industrien einem wachsenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt seien.

Merz sagte, China profitiere von erheblicher staatlicher Unterstützung für die Industrie und einer unterbewerteten Währung, was zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen für europäische Unternehmen führe.

„Ich bin nicht bereit, zu akzeptieren, dass es so weitergeht wie bisher, denn das ist unfair und geht auf Kosten der Beschäftigung in Europa“, sagte er.

Merz lehnte zwar die Idee eines Handelskrieges ab, forderte jedoch einen Dialog mit Peking über industrielle Überkapazitäten und Handelsungleichgewichte.

Trotz des Scheiterns des vorgeschlagenen gemeinsamen Kampfflugzeugprogramms sagten beide Staats- und Regierungschefs, dass andere Elemente des Future Combat Air System-Projekts fortgeführt würden.

Macron sagte, die Entwicklung cloudbasierter Informationssysteme und anderer technologischer Komponenten werde fortgesetzt und fügte hinzu, dass zukünftige Verteidigungsprojekte aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verteidigungsherstellern Airbus und Dassault einer strengeren Aufsicht unterliegen würden.

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