Hauptsitz der Fraunhofer-Gesellschaft in München, Deutschland. Gemeinsames Berichtsteam der Koreanischen Vereinigung der Wissenschaftsjournalisten.
„Fraunhofer hat in seinem Hauptsitz eine Organisation, die Patente und Start-ups unterstützt, aber die Kommerzialisierung der Technologie wird hauptsächlich von einzelnen Instituten vorangetrieben. Forscher müssen bereits in der Phase der Forschungsplanung über den Markt, die Anwendungsfelder und die Kunden nachdenken.“
Marianne Hofmann, Leiterin Asien in der Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland, traf sich am 13. (Ortszeit) mit koreanischen Journalisten in der Münchner Zentrale und erläuterte auf diese Weise den Ansatz von Fraunhofer zur Technologiekommerzialisierung.
Das 1949 gegründete Fraunhofer ist mit 75 Instituten in ganz Deutschland und rund 32.000 Mitarbeitern die größte Organisation für angewandte Forschung in Europa. In Korea wird Fraunhofer als führendes Modell für die Verbindung von Forschungsproduktion und Industrie aufmerksam verfolgt. Das Jahresbudget von Fraunhofer beträgt rund 3,6 Milliarden Euro (rund 6,12 Billionen Won), wovon jeweils etwa ein Drittel aus der Grundfinanzierung des Bundes, wettbewerbsfähigen öffentlichen Forschungsprojekten und Einnahmen aus Forschungsaufträgen von Unternehmen stammt.
In staatlich finanzierten koreanischen Forschungsinstituten kümmern sich Technologielizenzbüros (TLOs) um Patente, identifizieren potenzielle Unternehmensanwender und unterstützen Lizenzverträge. Auch Fraunhofer unterhält an seinem Hauptsitz Patent- und Startup-Fördereinheiten, die Hauptakteure bei der Kommerzialisierung sind jedoch die einzelnen Institute und ihre Forscher. Bereits in der Planungsphase identifizieren sie Märkte und Kunden und entscheiden je nach Art der Technologie direkt, ob sie mit Auftragsforschung, Lizenzierung oder Start-up-Gründung als Weg zur Kommerzialisierung weitermachen.
Hofmann sagte: „Jedes Institut agiert wie ein kleines Unternehmen. Es definiert seine Forschungsfelder und sein Portfolio, wählt Unternehmen für die Zusammenarbeit aus und übernimmt die Verantwortung für die finanzielle Nachhaltigkeit.“ Er fügt hinzu: „Die Rolle des Vertriebs ist nicht auf eine bestimmte Abteilung beschränkt, sondern auf alle Forscher verteilt. Ein Forscher ist mal Wissenschaftler, mal Vertriebsmitarbeiter, aber auch Risikomanager und Wertschöpfungsmanager.“

Marianne Hofmann (Mitte), Leiterin für Asien in der Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland, erläutert am 13. (Ortszeit) in der Zentrale in München den Ansatz von Fraunhofer zur Technologiekommerzialisierung. Gemeinsames Berichtsteam der Koreanischen Vereinigung der Wissenschaftsjournalisten.
Auch der Weg zur Kommerzialisierung variiert je nach den Merkmalen der Technologie und den Kundenbedürfnissen. Wenn ein Unternehmen ein technisches Problem stellt, das es lösen muss, führt das Institut Auftragsforschung durch, um die Technologie gemeinsam zu entwickeln. In anderen Fällen werden Technologien zunächst im Rahmen öffentlicher Forschungsprojekte entwickelt und dann an Unternehmen übertragen, die sie benötigen, oder mit Patenten, Lizenzen und Start-ups verknüpft.
Hofmann erklärte, dass Unternehmensauftragsforschung ein Drittel der gesamten Fördermittel von Fraunhofer ausmache, die Organisation sich jedoch nicht auf die Verfolgung kurzfristiger Ergebnisse beschränke. „Bei der Auswahl von Projekten wiederholen wir nicht nur Grundlagenforschung und -entwicklung, sondern prüfen auch, ob das Institut neues Wissen ansammeln kann“, sagte er. „Unternehmen verstehen, dass Forschungsergebnisse nicht garantiert werden können. Auf dieser Grundlage teilen wir die mit der Forschung verbundenen Unsicherheiten transparent und verwalten sie gemeinsam mit unseren Kunden, anstatt die Erfolgsquoten künstlich zu erhöhen.“
Für die Erstforschung ohne Auftraggeber nutzt Fraunhofer die staatliche Grundfinanzierung. Eine der herausragenden Errungenschaften von Fraunhofer, der MP3, war Gegenstand einer zehnjährigen Vorforschung, bevor Kunden auftauchten. Damals erkannten deutsche Unternehmen das Potenzial der Technologie nicht, doch sie wurde zunächst in den USA und Asien kommerzialisiert und generierte später Lizenzeinnahmen.
Derzeit verfügt Fraunhofer über rund 7.000 aktive Patentfamilien und hat aus den Forschungsergebnissen rund 500 Ausgründungen hervorgebracht. Ob eine Technologie auf ein bestehendes Unternehmen übertragen oder in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert wird, entscheidet in erster Linie das Institut, das sie entwickelt hat. Die Startup-Support-Einheit am Hauptsitz unterstützt Institute dabei, ihre Technologien in Startups umzusetzen.
Der Technologietransfer von Fraunhofer beschränkt sich nicht nur auf Patente und Startups. Laut Hofmann haben rund 60 Prozent der Fraunhofer-Forscher befristete Verträge und viele von ihnen wechseln in die Industrie, nachdem sie drei bis sieben Jahre Erfahrung an einem Institut gesammelt haben. Einige bleiben für die Dauer der Projekte, an denen sie teilnehmen, angestellt, und wenn es ihnen nicht gelingt, Folgeprojekte zu sichern, kann es sein, dass ihre Verträge enden.
„Das ist kein Braindrain, sondern ein Technologietransfer durch Menschen“, sagte Hofmann. „Forscher, die in Unternehmen wechseln, werden zu Kooperationspartnern oder Kunden, die sich über Fraunhofer-Technologien und -Einrichtungen informieren und dabei helfen, neue gemeinsame Forschungen anzustoßen. So bauen wir eine enge Beziehung zur Industrie auf.“
München, Deutschland = Gemeinsames Berichterstattungsteam der Koreanischen Vereinigung der Wissenschaftsjournalisten
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