Ehemaliger ungarischer Außenminister Peter Szijjarto. Bild von Ihrer Facebook-Seite. Peter Szijjarto wird die Auslandsbeziehungen und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder von BYD beaufsichtigen und das Unternehmen zu einer politischen Persönlichkeit machen, die sowohl in Peking als auch in Brüssel vertraut ist. Die Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich BYD darauf vorbereitet, mit der Fahrzeugmontage in seinem Pkw-Werk in Ungarn zu beginnen, einem Schlüsselprojekt im Rahmen seiner Bemühungen, die Produktion in Europa zu lokalisieren.
Der frühere ungarische Außenminister Peter Szijjarto ist aus dem Parlament zurückgetreten, um sich BYD anzuschließen (HKEX: 1211) und hat seine jahrelange Förderung chinesischer Investitionen in Ungarn in eine Geschäftsentwicklungsrolle beim chinesischen Autohersteller umgewandelt.
Szijjarto sagte am Mittwoch in einem Facebook-Post, dass er eine internationale Position bei BYD angenommen habe und die Außenbeziehungen des Konzerns sowie die Entwicklung neuer Geschäftsfelder beaufsichtigen werde.
Er sagte, BYD sei eine der größten Erfolgsgeschichten der Automobilindustrie der letzten 20 Jahre und der weltweit führende Hersteller von New Energy Vehicles (NEVs).
Die Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem BYD seine Lokalisierungsbemühungen in Europa beschleunigt. Das Unternehmen baut sein erstes europäisches Pkw-Werk im südungarischen Szeged und will dort im vierten Quartal mit der Fahrzeugmontage beginnen.
Für BYD liegt der Wert von Szijjarto möglicherweise weniger in seiner Erfahrung im Automobilbau als vielmehr in seinen umfassenden Regierungsbeziehungen und seinem Verständnis der politischen und regulatorischen Systeme Europas.
Da chinesische Automobilhersteller ihre Investitionen in Europa ausweiten, beschränken sich ihre Herausforderungen nicht mehr nur auf den Verkauf von Fahrzeugen. Sie müssen sich auch mit der Politik der Europäischen Union, den Beziehungen zu den Regierungen der Mitgliedstaaten, lokalen Beschäftigungsverpflichtungen und der Entwicklung der Lieferkette auseinandersetzen.
Szijjarto war jahrelang Ungarns Außenminister und eines der prominentesten Gesichter der Strategie der „Öffnung nach Osten“ des ehemaligen Premierministers Viktor Orban, wie Bloomberg am Mittwoch in einem Bericht feststellte.
Die Strategie priorisierte Ungarns wirtschaftliche und politische Beziehungen zu China und Russland, was das Land zeitweise in Konflikt mit anderen Mitgliedern der Europäischen Union und dem NATO-Militärbündnis brachte.
Während seiner Amtszeit zog Ungarn mehrere große chinesische Investitionen in Automobile und Batterien an. Szijjarto engagierte sich besonders dafür, chinesische Unternehmen für Elektrofahrzeuge (EV) zu Investitionen in Ungarn zu ermutigen und bot wiederholt politische Unterstützung für entsprechende Projekte an.
BYD kündigte im Dezember 2023 an, in Szeged eine Produktionsbasis für Passagier-NEVs zu errichten. Das Projekt wird in Phasen entwickelt und das Unternehmen betrachtet es als wichtigen Produktionsstandort für den Ausbau seiner europäischen Aktivitäten.
Stella Li, Executive Vice President von BYD, sagte im Juni, dass das Werk im vierten Quartal mit der Montage von Fahrzeugen beginnen werde. Das Unternehmen installiert noch Produktionsanlagen am Standort.
Der Zeitplan sieht vor, dass die Anlage etwa ein Jahr später als ursprünglich geplant in Betrieb genommen wird. BYD hatte zuvor angekündigt, dass das Werk in Szeged Ende 2025 mit der Produktion des Elektro-Kompaktwagens Dolphin Surf beginnen werde.
Da die Europäische Union zusätzliche Zölle auf aus China importierte batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) erhebt, könnte die lokale Produktion BYD dabei helfen, die Auswirkungen der Handelsspannungen zu verringern und die Lieferzeiten der Fahrzeuge zu verkürzen.
Allerdings könnten höhere Arbeits- und Energiekosten in Europa die Auslastung und Rentabilität des ungarischen Werks in der ersten Produktionsphase einschränken.
Ungarn ist für BYD kein neuer Fertigungsmarkt. Das Unternehmen betreibt bereits ein Elektrobuswerk im Land, wo die Gesamtproduktion im September 2025 1.000 Busse erreichte.
BYD plant außerdem, 29.000 Quadratmeter Produktionsfläche im Buswerk zu erweitern, um die Kapazität von Elektrobussen und -Lkw zu erweitern. Diese Investitionen haben Ungarn zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte für die europäischen Aktivitäten von BYD gemacht.

BYD liefert ein 288,6 MWh-Speichersystem für das größte Batteriespeicherprojekt in Ungarn.