In den 1970er Jahren schrieb die deutsche Schriftstellerin Christa Wolf einen Brief an ihren Freund und Autorenkollegen Lew Kopelew, in dem es hieß: „Man befindet sich bequem zwischen allen Fronten und muss verstehen, dass dies tatsächlich der einzig mögliche Ort ist.“ Die Fronten, auf die sich Wolf bezog, waren die Sowjetunion und der Westen, die DDR und Westdeutschland, die Politik des Kalten Krieges, aber ich denke, dass die Idee bei ihr persönlich Anklang fand, so wie damals, mitten in ihrem Leben. In diesen Zeilen steckt eine gewisse Ironie und Witz. Zwischen allen Fronten zu stehen kann bedeuten, dass es keine…