Bundesverteidigungsminister warnt vor möglicher rechtsextremer Landesregierung | Euroactiv

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Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte am Sonntag, die Bundesregierung erwäge, Ministern in Landesverwaltungen Informationen vorzuenthalten, wenn diese der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) angehören.

Umfragen zufolge könnte die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September die absolute Mehrheit erringen und damit erstmals eine Landesregierung bilden.

Im föderalen System Deutschlands verfügen die Landesregierungen in vielen Bereichen über weitreichende Befugnisse, auch bei der Tätigkeit der Polizei und der Geheimdienste.

Auf die Frage der Bild-Medien, ob eine AfD-Landesregierung Konsequenzen für die dortigen Militärstützpunkte hätte, sagte Pistorius: „Wir beschäftigen uns sehr genau mit der Frage, wem wir Zugang zu Verschlusssachen gewähren dürfen.“

„Wir sind dazu verpflichtet, weil es um die Sicherheit unseres Landes geht.“

Pistorius, der der Mitte-Links-Sozialdemokratischen Partei (SPD) angehört, sagte, es sei ihm unangenehm, vertrauliche Informationen an einen AfD-Landesminister weiterzugeben.

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„Man muss sich nur die öffentlichen Äußerungen vieler, vieler AfD-Vertreter anhören. Ihre Nähe zu Putin ist nicht zu übersehen“, sagte er mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die AfD steht regelmäßig wegen ihrer engen Verbindung zu Moskau in der Kritik.

Auch in einem anderen AfD-Ostland, Mecklenburg-Vorpommern, finden im September Wahlen statt.

Auch dort führt die Partei die Umfragen an, hat aber weniger Chancen auf eine absolute Mehrheit.

Seit ihrem zweiten Platz bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr ist die AfD in den bundesweiten Umfragen stetig auf dem Vormarsch, wobei die Mitte-Rechts-Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU/CSU) auf den zweiten Platz zurückfällt.

Einer am Sonntag veröffentlichten bundesweiten Umfrage zufolge liegt die AfD mit 29 bzw. 21 Prozent acht Prozentpunkte vor der CDU/CSU.

Am Samstag überschwemmten Zehntausende Demonstranten die deutsche Stadt Erfurt, blockierten Hauptstraßen und behinderten den öffentlichen Nahverkehr, konnten jedoch einen AfD-Parteitag nicht verhindern.

Parteivorsitzende Alice Weidel und Tino Chrupalla wurden erwartungsgemäß für weitere zwei Jahre wiedergewählt. Weidel erhielt 81 % der Stimmen und Chrupalla 70 %, anders als bei der vorherigen Abstimmung vor zwei Jahren, als Chrupalla mehr Stimmen erhielt.

(bms)

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