Deutsche Flüsse leiden unter mangelnden Niederschlägen. Historisch niedrige Wasserstände erschweren die Schifffahrt auf Rhein und Donau erheblich, was sich auch auf die Wirtschaft auswirkt.
So wenig Wasser hatten die Flüsse Rhein und Donau schon lange nicht mehr. An einigen Orten wurden historisch niedrige Wasserstände gemessen. Ursache sind in vielen Gebieten hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit. Das anhaltende trockene Wetter hat dazu geführt, dass der Wasserstand auf der verkehrsreichsten Binnenwasserstraße Europas, die den Haupthafen Rotterdam in den Niederlanden mit dem größten Teil Westdeutschlands verbindet, gesunken ist.
Anhaltende Niedrigwasserstände auf dem Rhein, die die Schifffahrt für Fracht- und Passagierschiffe erschweren, könnten dazu führen, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um bis zu 0,2 Prozent zurückgeht, berichtete das Kieler Institut für Weltwirtschaft am Dienstag.
Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert nun eine neue Hochtemperaturperiode vor allem im Süden Deutschlands.
Welche Auswirkungen könnte der niedrige Pegel des Rheins auf die Wirtschaft haben?
Über den Rhein werden wichtige Güter wie Getreide, Mineralien, Mineralien, Kohle und Erdölprodukte sowie Benzin transportiert. Sinkt der Wasserstand zu stark, können Transportschiffe nicht voll beladen fahren und sind gezwungen, die Ladung auf mehrere Schiffe zu verteilen.
Händler haben berichtet, dass einige Schiffe auf Binnenwasserstraßen nur 15 bis 20 % ihrer maximalen Ladekapazität ausschöpfen. Dies erhöht die Transportkosten und übt zusätzlichen Druck auf die Wirtschaft aus, die seit Kurzem Anzeichen einer leichten Erholung zeigt.
„Die Folgen könnten so stark sein, dass sie das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent schmälern könnten“, sagte Stefan Kooths, Leiter der Konjunktur- und Wachstumsforschungsgruppe am Kieler Institut für Weltwirtschaft, gegenüber Reuters.
Das Deutsche Wasserstraßenamt geht davon aus, dass der Pegel des Rheins am Freitag auf rund 25 Zentimeter sinken wird und damit den niedrigsten Stand vom Oktober 2018 wiederholen wird.
„Da es unwahrscheinlich ist, dass der Wasserstand Anfang August plötzlich den kritischen Schwellenwert überschreitet, dürfte die Schifffahrtskapazität im nächsten Monat für einen bestimmten Zeitraum begrenzt bleiben“, stellt Kooths fest./ DW


