Xue Wei (links), Generaldirektor für Nordostasien, Beiersdorf, und Norbert Riedel, Generalkonsul von Deutschland in Shanghai, nehmen am 21. Juli an der Eröffnung von Shanghai – Hamburg: Eine Geschichte zweier Städte im Shanghai History Museum teil. GAO ERQIANG/CHINA DAILY
Von Hautcremes und Stofffärbemitteln bis hin zu U-Bahnen und musikalischen Darbietungen: Eine neue Ausstellung im Shanghai History Museum, Shanghai – Hamburg: A Tale of Two Cities, zeichnet die Beziehung zwischen China und Deutschland nach.
Die Ausstellung, die bis zum 18. Oktober läuft, wurde vom Shanghai History Museum in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg organisiert, um den 40. Jahrestag der 1986 gegründeten Beziehung zwischen Shanghai und Hamburg als Partnerstädte zu feiern.
Es vereint seltene Artefakte, historische Dokumente und interaktive Installationen beider Seiten, um eine Geschichte zu erzählen, die in einer gemeinsamen Identität als globale Hafendrehkreuze verwurzelt ist.
Seitdem hat sich Shanghai mit beeindruckender Dynamik entwickelt. Heute gehört sie zu den innovativsten und leistungsstärksten Städten der Welt.
„Vor vierzig Jahren gehörten Hamburger Unternehmen zu den ersten, die das Potenzial erkannten“, sagt Norbert Riedel, Deutschlands Generalkonsul in Shanghai. „Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, Shanghai zum wichtigsten deutschen Wirtschaftszentrum in China zu machen.“
Einer der ersten Meilensteine dieser Beziehung war 1984, als die Shanghai No. 1985 kehrte das Produkt, die Feuchtigkeitscreme der Marke Nivea, auf die Toilettentische der Haushalte Shanghais zurück und wurde in der Stadt vermarktet, ein halbes Jahrhundert nach dem ersten Import aus Deutschland.
Die Ausstellung thematisiert den Austausch und die langjährige Freundschaft zwischen den beiden Städten. GAO ERQIANG/DIARIO CHINA
Laut Xue Wei, Geschäftsführer Nordostasien bei Beiersdorf, betreibt das Unternehmen heute ein globales Innovationszentrum im Shanghaier Hightech-Park Caohejing, in dem Erkenntnisse chinesischer Verbraucher in die Produktentwicklung auf der ganzen Welt einfließen.
Zu den in der neuen Ausstellung gezeigten Stücken gehört auch ein Gemälde aus dem Internationalen Maritimen Museum in Hamburg. Es stammt aus dem Jahr 1790 und zeigt eine verrückte Festung in der Nähe von Guangzhou in der Provinz Guangdong und demonstriert die bereits bestehenden direkten Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern: 1731 kam das erste chinesische Handelsschiff mit Tee, Seide und Porzellan in Hamburg an und eröffnete damit einen Handelsdialog, der Jahrhunderte dauern sollte.
Hamburg liegt an der deutschen Nordseeküste an der Mündung der Elbe und ist seit seiner Zeit in der Hanse ein historisches Zentrum der Schifffahrt und des Handels, sagt Miaomiao Ye, stellvertretende Direktorin des Hamburger Verbindungsbüros in China.
Mittlerweile war Shanghai einer der ersten Vertragshäfen Chinas. „Beide Städte erlangten Berühmtheit für ihre Häfen und ihr Leben am Meer“, sagt er. „Es ist dieser gemeinsame Charakter, der uns wirklich verbindet.“
Von da an wurden direkte Seewege zwischen den beiden Städten eingerichtet. Hamburger Kaufleute gründeten Handelshäuser und führten deutsche Industrieprodukte (von optischen Präzisionsinstrumenten bis hin zu Faber-Castell-Bleistiften) in das tägliche Leben in Shanghai ein. In den 1930er Jahren waren Nivea-Hautcreme und der mit Indanthren blau gefärbte Qipao (Cheongsam) in der Stadt ein Begriff.
Seit Beginn der Reform und Öffnung Chinas im Jahr 1978 kam es auf dem Logistikkorridor zwischen Shanghai und Hamburg zu vielfältigen chinesisch-deutschen Kooperationen, von der Santana-Limousine bis hin zu U-Bahnen.
Im September 2021 verließ der erste China-Europa-Express-Güterzug Shanghai und kam in Hamburg an. Heute hat jeder dritte Container, der im Hamburger Hafen umgeschlagen wird, einen Bezug zu China, und mehr als 550 chinesisch investierte Unternehmen sind in der Stadt registriert.
Die kulturellen Bindungen bleiben ebenso lebendig. Im Jahr 2008 wurde in Hamburg eine Nachbildung des Mid-Lake-Pavillons im Shanghaier Yu-Garten in Hamburg eröffnet, komplett mit einer Zick-Zack-Brücke und einem Reim zur Feier der Freundschaft zwischen den beiden Städten. Im Jahr 2010 stellte das Hamburg House auf der Shanghai World Expo das energieeffiziente Passivhauskonzept vor. Von Fußballstars wie Jörg Albertz, der 2005 in einem Freundschaftsspiel das Trikot von Hamburg und Shanghai Shenhua trug, bis hin zu auf Tournee gehenden Opern-, Theater- und Musicalproduktionen – Städte teilen weiterhin Bühnen und Geschichten.
„Hamburg ist für Shanghai das Tor nach Deutschland und Europa, so wie Shanghai für Hamburg das Tor nach China ist“, blickt Riedel auf vier Jahrzehnte Zusammenarbeit zurück.
„Trotz geopolitischer Unsicherheiten bleibt unser gemeinsamer Glaube an den gegenseitigen Nutzen bestehen.“



