Merz wählt vor der Landtagswahl in Deutschland die erste Frau zur Stabschefin | Die Jerusalem Post

Merz wählt vor der Landtagswahl in Deutschland die erste Frau zur Stabschefin | Die Jerusalem Post

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Freitag die deutsche Gesundheitsministerin Nina Warken zu seiner neuen Stabschefin ernannt. Dies ist Teil einer Umbildung, die seiner unpopulären Regierung vor den schwierigen Landtagswahlen im September Schwung verleihen soll.

Merz sagte auch, dass weitere Änderungen bevorstehen. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen sagten, er sei bereit, seinen Verkehrsminister zu ersetzen, aber das werde mehr Zeit in Anspruch nehmen, da Merz‘ Kandidat sich zurückzog, nachdem er zunächst zugestimmt hatte, das Amt zu übernehmen.

Warken wird die erste Frau sein, die ihre neue Position innehat, eine wichtige Position, die in einer Zeit, in der Merz Reformen zur Wiederbelebung von Europas größter Volkswirtschaft vorantreibt, als Knotenpunkt zwischen Kanzleramt, Ministerien und Gesetzgebern dient.

Der Neustart erfolgt nach dem plötzlichen Rücktritt des konservativen Partei-Schwergewichts Jens Spahn als Chef der Parlamentsfraktion im Streit um ihre Entscheidung, ein Leihmutterkind zu bekommen, obwohl ihre Partei sich entschieden gegen die Leihmutterschaft ausspricht.

Merz steht nach einem schwierigen ersten Jahr im Amt unter Leistungsdruck. Sie liegt in Meinungsumfragen hinter der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland zurück und sieht sich mit der Aussicht konfrontiert, dass die AfD im September erstmals auf Landesebene an die Macht kommen wird.

Bundeskanzler Friedrich Merz gibt am 1. März 2026 im Kanzleramt in Berlin eine Erklärung zur Lage im Nahen Osten ab (Quelle: REUTERS/NADJA WOHLLEBEN)

Das Wirtschaftswachstum konnte sich nur schwer erholen, während die vielgepriesene exportorientierte Wirtschaft Deutschlands durch steigende Inlandskosten und Konkurrenz im Ausland bedroht ist. Auch globale Zollstreitigkeiten und der Energieschock durch den Iran-Krieg bremsen das Wachstum.

„Wir sind eine reformorientierte Regierung und das wollen wir auch weiterhin unter Beweis stellen“, sagte Merz vor Reportern in Berlin und versprach, „an die Arbeit zu gehen“, wenn das Parlament nach der Sommerpause wieder zusammentritt.

Merz hatte den 47-jährigen Warken mit der Leitung der Gesundheitsreformen zur Eindämmung der steigenden Gesundheitskosten beauftragt. Diese Position wird nun einem anderen Schwergewicht der Partei, Carsten Linnemann, zufallen.

Warken sei „durchsetzungsfähig und sicherheitspolitisch versiert“ und „ein harter Verhandler“, sagte Merz.

Die Popularität von Merz sinkt, die AfD übernimmt die Führung

Merz wird den deutschen Verkehrsminister Patrick Schnieder ersetzen, da er über den Zustand des deutschen Schienennetzes und die sich verschlechternde Infrastruktur frustriert ist, sagten zwei Quellen, da Zugverspätungen mittlerweile ein landesweites Gesprächsthema sind.

Der Politikanalyst Oliver Lembcke sagte, der 70-jährige Merz wolle Stärke ausstrahlen und gleichzeitig seine Regierung und Partei jünger und weiblicher erscheinen lassen.

„Man muss aber aufpassen, dass man den Prozess nicht vermasselt“, fügte er hinzu und sagte, Merz müsse vermeiden, die Neuordnung zu lange in die Länge zu ziehen. „Wer hier scheitert, vergeudet schnell seine Autorität und weitere Autoritätsverluste kann sich die Kanzlerin nicht leisten“, sagte er.

Die Lokführergewerkschaft warnte davor, einzelne Personen für die Probleme des Schienennetzes verantwortlich zu machen. Die Politik habe es jahrelang versäumt, klare Ziele, verbindliche Vorgaben und ein kohärentes Management vorzugeben.

„Deutschland braucht keine weiteren politischen Neuordnungen, sondern Entschlossenheit, Erfahrung und Verlässlichkeit“, sagte er.

Der scheidende Stabschef von Merz, Thorsten Frei, wird die Nachfolge von Spahn als Chef der CDU/CSU-Fraktion im Parlament antreten.

Merz sagte, er werde weitere Änderungen in seinem Kabinett vornehmen, lehnte es jedoch ab, weitere Einzelheiten zu nennen, da diese mehr Zeit in Anspruch nehmen würden.

Laut einer RTL/ntv-Trendbarometer-Umfrage in dieser Woche ist Merz‘ Beliebtheit auf einem historischen Tiefpunkt. Nur 14 % der Befragten waren mit seiner Leistung zufrieden, während 85 % unzufrieden waren.

Die AfD führt die bundesweiten Umfragen mit 26 % an, vor den Konservativen mit 22 %, vor den Wahlen in den östlichen Bundesländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September, von denen sich die AfD den Weg zum bundesweiten Erfolg ebnet.

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