Laut Studie werden Elektroautos bundesweit immer erschwinglicher

Laut Studie werden Elektroautos bundesweit immer erschwinglicher

Elektrofahrzeuge werden in Europa immer erschwinglicher, auch wenn die Durchschnittspreise etwas anderes vermuten lassen. Eine neue Studie, die Deutschland, den größten Automobilmarkt des Kontinents, untersucht, zeigt, dass vergleichbare batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) in den letzten fünf Jahren deutlich günstiger geworden sind und gleichzeitig eine bessere Leistung, größere Reichweiten und mehr Modellauswahl als je zuvor bieten.

Die gemeinsam vom International Council on Clean Transportation (ICCT) und dem Fraunhofer-Institut für Systemforschung und Innovation (ISI) durchgeführte Studie analysierte mehr als 100.000 Fahrzeugdatenpunkte in sechs Marktsegmenten, die von kompakten Stadtautos bis hin zu Luxusmodellen reichen.

Die Preise für Elektrofahrzeuge sinken im Vergleich zu anderen Fahrzeugen

Auf den ersten Blick scheinen Elektroautos teurer geworden zu sein. Der durchschnittliche Listenpreis eines neuen Elektrofahrzeugs in Deutschland stieg von rund 37.000 Euro im Jahr 2020 auf rund 53.000 Euro im Jahr 2025.

Die Studie ergab jedoch, dass dieser Anstieg größtenteils auf einen veränderten Fahrzeugmix und nicht auf steigende Preise vergleichbarer Modelle zurückzuführen ist.

Das aktuelle Angebot an Elektrofahrzeugen umfasst einen deutlich höheren Anteil an Mittelklasse- und Premiumfahrzeugen. Tatsächlich machen Mittelklasse- und obere Mittelklassemodelle derzeit 73 % aller auf dem deutschen Markt erhältlichen Elektroautos aus.

Nach Anpassung an die Inflation und unter Berücksichtigung von Verbesserungen der Fahrzeugspezifikationen (einschließlich Batteriegröße, Reichweite, Gewicht und Motorleistung) stellten die Forscher fest, dass der reale Preis vergleichbarer Elektrofahrzeuge zwischen 2020 und 2025 um etwa 18 % gesunken ist.

Im gleichen Zeitraum sind vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (ICE) real um etwa 2 % teurer geworden.

Bild: ICCT

Niedrigere Batteriekosten steigern den Wert von Elektrofahrzeugen weiter

Die Batterietechnologie bleibt einer der Haupttreiber für sinkende Kosten für Elektrofahrzeuge.

Der Studie zufolge sind die globalen Batteriepreise zwischen 2020 und 2025 nominal um etwa 21 bis 24 Prozent gesunken, von etwa 165 bis 185 Euro pro Kilowattstunde auf 130 bis 140 Euro pro kWh. Inflationsbereinigt beträgt der Rückgang etwa 35 bis 37 %.

Während die Hersteller noch nicht alle diese Einsparungen durch niedrigere Fahrzeugpreise direkt an die Verbraucher weitergegeben haben, haben niedrigere Batteriekosten dazu beigetragen, die Gesamtfähigkeit des Fahrzeugs zu verbessern.

Im Fünfjahreszeitraum erhöhte sich die durchschnittliche Reichweite beim elektrischen Fahren um etwa ein Drittel, was darauf hindeutet, dass viele Hersteller ihre Ersparnisse in größere Batterien und verbesserte Technologie investierten und die Forschungs- und Entwicklungskosten amortisierten.

Die Forscher gehen davon aus, dass weitere Preissenkungen möglich bleiben, da die Batterieproduktion effizienter wird und die Herstellungskosten weiter sinken.

Mehr Elektromodelle als je zuvor

Die Möglichkeiten für Verbraucher haben sich dramatisch erweitert.

Die Zahl der in Deutschland verfügbaren batterieelektrischen Modelle stieg von nur 38 Modellen im Jahr 2020 auf 159 Modelle im Jahr 2025, was einer mehr als vierfachen Steigerung entspricht.

Die Zahl der Verbrenner-Modelle sank im gleichen Zeitraum von 275 auf 194.

Für Käufer, die in den beliebten Fahrzeugkategorien Mittelklasse und Großwagen einkaufen, bieten Elektrofahrzeuge mittlerweile fast so viele Optionen wie herkömmliche Benzin- und Dieselmodelle.

Der einzige große Unterschied besteht weiterhin in den kleineren Fahrzeugsegmenten. Im Jahr 2025 stünden den Käufern lediglich 19 Elektro-Klein- und Mini-Autos gegenüber, denen 35 Verbrenner-Modelle gegenüberstehen.

Die Ausweitung erschwinglicher elektrischer Stadtfahrzeuge bleibt eine der größten Chancen für europäische Automobilhersteller, da die Nachfrage nach kostengünstigeren Elektrofahrzeugen weiter wächst.

Stabile Richtlinien könnten die Erschwinglichkeit von Elektrofahrzeugen beschleunigen

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass vorhersehbare langfristige Vorschriften, einschließlich stabiler CO₂-Emissionsziele für Flotten, eine wichtige Rolle dabei spielen werden, Herstellern dabei zu helfen, weiterhin in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und die Batterieproduktion zu investieren.

Da die Produktionsmengen steigen und die Batteriekosten weiter sinken, wird erwartet, dass sich der Markt in allen wichtigen Fahrzeugsegmenten der Preisparität zwischen Elektro- und Verbrennungsfahrzeugen annähert.

Mit einer größeren Auswahl an Modellen, längeren Reichweiten, verbesserter Technologie und stetig sinkenden Realpreisen scheint der europäische Elektrofahrzeugmarkt in eine reifere Phase einzutreten, eine Phase, die den Besitz von Elektrofahrzeugen in den kommenden Jahren für Mainstream-Käufer zunehmend zugänglich machen dürfte.

20. Juli 2026 Blagojce Krivevski

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