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In Bad Camberg, Deutschland, wurde ein reich ausgestattetes Grab gefunden, das vermutlich einem Mitglied der örtlichen Eisenzeit-Elite gehörte.
Die Grabstätte wurde bei Ausgrabungen in der Region Hessen vor dem Bau eines Solarparks entdeckt. Es wurden keine menschlichen Überreste gefunden, aber andere Gegenstände im Grab geben Hinweise auf die Identität des Verstorbenen: eines Elitekriegers, der vor etwa 2.400 Jahren lebte.
Zu den Grabbeigaben gehören mehrere einfache, aber substanzielle Goldschmuckstücke sowie Waffenfragmente wie eine Speerspitze und ein Messer sowie ein etruskischer Krug mit Ausguss, der wahrscheinlich aus der heutigen Toskana importiert wurde. Am aufregendsten war jedoch die Entdeckung, dass es sich hierbei um ein seltenes Beispiel einer Streitwagenbestattung handelt. Das Grab enthielt Hinweise auf einen zweirädrigen Streitwagen, darunter zwei Radnabenbeschläge, Achskappenbeschläge und Eisenfelgenbeschläge. In Hessen sind nur wenige Wagenbestattungen aus der Eisenzeit bekannt, und keines davon ist von so hoher Qualität wie diese.
Unter den Grabbeigaben befanden sich mehrere goldene Ringe, die den hohen Status des Verstorbenen widerspiegelten.
Obwohl die Ausgrabungen an der Stätte inzwischen abgeschlossen sind, zeigen Röntgen- und Chlorhexidinbilder von Erdblöcken, die aus der Bestattung entfernt wurden, dass noch weitere Objekte entdeckt werden müssen. Allerdings geben die gefundenen Grabbeigaben bereits Anlass zu Vergleichen mit anderen mitteleuropäischen Fürstengräbern, etwa dem „Keltenfürsten vom Glauberg“, das in der gleichen Region gefunden wurde und ebenfalls aus der frühen La-Tène-Zeit stammt. Obwohl die Objekte aus Bad Camberg weniger reich verziert sind als die aus dem Glauberg-Grab, spiegeln beide Gräber deutlich die Präsenz einer herrschenden Schicht wohlhabender Eliten in dieser Region und verdeutlichen die Bedeutung Hessens im keltischen Kulturraum.
Kulturstaatssekretär Christoph Degen erklärte, dass der jüngste Fund in Bad Camberg „neue Einblicke in gesellschaftliche Eliten, handwerkliche Fähigkeiten, überregionale Kontakte und Bestattungsbräuche in der Späteisenzeit verspricht“ und unser Bild vom reichen Erbe Hessens in dieser Zeit erweitern werde.
Text: Amy Brunskill / Bild: © Lars Görze MA, LfDH