Deutschland und Frankreich haben erstmals ein Abkommen zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich der nuklearen Abschreckung umgesetzt. Die Armeen beider Länder führten eine gemeinsame Luftübung durch, bei der sie die Koordination zwischen französischen und deutschen Flugzeugen übten. Die Übungen stellten den ersten praktischen Schritt nach der Vereinbarung zwischen Berlin und Paris über eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und nukleare Fähigkeiten dar.
Bei den gemeinsamen Übungen übten das französische und das deutsche Militär die Koordination ihrer Luftstreitkräfte. An der Übung nahmen zwei französische Rafale-Kampfflugzeuge teil, die Atomwaffen tragen können, sowie zwei deutsche Eurofighter-Flugzeuge.
Das Flugzeug wurde im Flug von einem französischen Tankflugzeug betankt. Dieses Verfahren ist ein wesentlicher Bestandteil militärischer Luftfahrteinsätze, da es Flugzeugen ermöglicht, Missionen in großer Entfernung von ihren Stützpunkten durchzuführen. Dies stellte einen wichtigen Meilenstein in der deutsch-französischen Zusammenarbeit dar, da beide Länder im Rahmen ihrer nuklearen Abschreckungsabkommen bislang keine praktischen Übungen dieser Art durchgeführt hatten. „Deutschland und Frankreich haben ihre im März vereinbarte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nuklearen Abschreckung erstmals in die Tat umgesetzt, indem sie gemeinsame Luftwaffenübungen durchgeführt haben“, berichtet die Zeit.
Eine weitere gemeinsame Übung ist für Freitag, 17. Juli, auf dem Fliegerhorst Nerfenich bei Köln geplant. Dieses Mal wird das Militär die Wartung der Flugzeuge des jeweils anderen üben. Diese Praxis ermöglicht es dem Militär, die Fähigkeiten seiner Partner besser zu verstehen und im Krisenfall schneller Maßnahmen zu koordinieren.
Darüber hinaus werden bei einem Treffen des gemeinsamen deutsch-französischen Ministerrats, an dem der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz teilnehmen, neue Schritte in der Verteidigungskooperation besprochen. Dabei geht es insbesondere um die mögliche erste Teilnahme deutscher Militärangehöriger an französischen Übungen zur nuklearen Abschreckung im Herbst dieses Jahres.
Frankreich bleibt nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU das einzige Land in der Europäischen Union, das über ein eigenes Atomwaffenarsenal verfügt. Es sind die nuklearen Fähigkeiten Frankreichs, die traditionell eine Schlüsselrolle im Abschreckungssystem des Landes spielen. Für Deutschland ist die Frage der nuklearen Sicherheit nach dem Ausbruch des umfassenden Krieges Russlands gegen die Ukraine und der veränderten Sicherheitslage in Europa noch dringlicher geworden.
Die gemeinsamen Übungen zeigen, dass Berlin und Paris die Verteidigungskooperation vertiefen und die europäischen Sicherheitskapazitäten stärken wollen. Gleichzeitig bleibt die Frage der Beteiligung an der nuklearen Abschreckung in Deutschland heikel, da das Land historisch gesehen über keine eigenen Atomwaffen verfügt und auf NATO-Garantien angewiesen ist.
Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich im militärischen Bereich hat sich in den letzten Jahren sukzessive intensiviert. Die Länder arbeiten gemeinsam an der Entwicklung von Verteidigungsprojekten und militärischer Ausrüstung sowie an der Koordinierung ihrer Streitkräfte.
Die Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich der nuklearen Abschreckung ist zu einem der wichtigsten Bereiche dieser Partnerschaft geworden. Beamte in Berlin und Paris betonen, dass eine solche Zusammenarbeit die europäische Sicherheit stärken und die Bereitschaft der Verbündeten zeigen soll, auf neue Herausforderungen zu reagieren, so die Zeit.
An den ersten Gefechtsstandsübungen der „Koalition der Entschlossenen“, die in Polen zur Vorbereitung eines künftigen Unterstützungseinsatzes in der Ukraine geplant sind, wird Deutschland nicht teilnehmen.
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