XPeng L03 testet wenige Tage vor der Weltpremiere die autonome Technologie der nächsten Generation in Deutschland

XPeng L03 testet wenige Tage vor der Weltpremiere die autonome Technologie der nächsten Generation in Deutschland

Menschen, die durch die historischen Straßen von München gingen, sahen etwas Ungewöhnliches: Ein stark getarntes Fahrzeug, ein wichtiger Konkurrent auf dem ständig wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge, fuhr durch die belebten Straßen der Stadt. Interessanter als die Tarnfolie selbst waren jedoch die fett gedruckten Worte auf der Seite: „NGP powered by VLA 2.0.“

Das Fahrzeug auf den Fotos ist der kommende XPeng L03, ein neuer batteriebetriebener Crossover, der sich derzeit im letzten Straßentest befindet. Die Aufkleber beziehen sich auf die assistierte Fahrsoftware Next Generation Pilot (NGP) des chinesischen Autoherstellers, die auf seinem neuesten Einstiegsmodell Vision-Language-Action (VLA 2.0) läuft. Die Sichtung bestätigt, was wir schon lange erwartet haben: Die Marke bereitet die Einführung ihrer fortschrittlichsten Fahrsoftware in Europa vor.

Der Zeitpunkt dieser Straßentests ist alles andere als zufällig. XPeng hat die globale Einführungsveranstaltung des L03 für den 16. Juli 2026 in München, dem Hauptsitz von BMW, geplant. Für einen chinesischen Neuankömmling ist es der perfekte Ort, um höflich im Vorgarten seines Konkurrenten zu parken. Der Anblick der Testfahrzeuge auf öffentlichen Straßen wenige Tage vor ihrem offiziellen Debüt zeigt, wie ernst der Hersteller den europäischen Markt nimmt.

Anstatt seine fortschrittlichen Fahrhilfen auf den Heimatmarkt China zu beschränken, drängt die Marke darauf, ihre Software unter realen europäischen Fahrbedingungen zu validieren. Dies ist eine direkte Herausforderung für alte lokale Marken, die jahrelang über autonomes Fahren gesprochen und größtenteils stärkere Spurhaltewarnungen herausgegeben haben.

XPeng L03 testet wenige Tage vor der Weltpremiere die autonome Technologie der nächsten Generation in Deutschland

Das VLA 2.0-System der zweiten Generation stellt eine große Veränderung in der Art und Weise dar, wie diese Elektroautos die Welt wahrnehmen. Anstatt sich auf LiDAR-Sensoren und vorinstallierte hochauflösende digitale Karten zu verlassen, verwendet die Software einen reinen Vision-Ansatz (ähnlich dem Ansatz von Tesla). Mehrere Kameras übertragen Live-Videos an den Computer des Fahrzeugs, der die Bilder direkt in Lenk-, Brems- und Beschleunigungsvorgänge umsetzt. Dieser Aufbau ahmt die Funktionsweise menschlicher Augen und Gehirne nach.

Ein autonomes Fahrsystem in China zum Laufen zu bringen ist eine Sache, aber europäische Straßen stellen ganz andere Herausforderungen dar. Münchens enge Straßen, enge Kurven und komplexe Vorfahrtsregeln können grundlegende Fahrerassistenzsoftware leicht verwirren. Nach Angaben des Entwicklungsteams hat der L03 Monate damit verbracht, zu lernen, wie man mit diesen europäischen Macken umgeht.

XPeng L03 testet wenige Tage vor der Weltpremiere die autonome Technologie der nächsten Generation in Deutschland

Über die Tarnung hinaus ist der XPeng L03 ein kompaktes Coupé-SUV, das mit Blick auf die Aerodynamik entwickelt wurde. Das Auto ist 183,1 Zoll lang, 75,6 Zoll breit und 63 Zoll hoch und hat einen großzügigen Radstand von 112,2 Zoll. Ein Team unter der Leitung des ehemaligen Ferrari-Außendesigners Juan Ma López entwarf das Fahrzeug und verlieh ihm eine schlanke Fließheck-Dachlinie. Dank 22 unabhängiger aerodynamischer Optimierungen erreicht der Crossover einen niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,228. Das Unternehmen behauptet, dass diese elegante Form dazu beiträgt, dass das Fahrzeug einen Kraftstoffverbrauch von nur 15,3 kWh pro 62 Meilen erreicht.

Der L03 wird in zwei verschiedenen Versionen erhältlich sein: Die rein batterieelektrische (BEV) Version verfügt über einen einzigen Heckmotor und beschleunigt das Auto in erstaunlichen 4,5 Sekunden von 0 auf 62 Meilen pro Stunde (laut Marketingmaterialien). Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) bietet eine WLTP-zertifizierte Reichweite von 323 Meilen und dürfte das 69-kWh-Paket sein; Wir werden in wenigen Tagen eine Bestätigung erhalten. Für diejenigen, die nicht bereit sind, rein elektrisch zu fahren, gibt es auch eine Version mit erweiterter Reichweite (EREV). Es kombiniert einen 183-kW-Motor, einen 1,5-Liter-Benzingenerator und eine 37,25-kWh-Batterie und sorgt so für eine rein elektrische Reichweite von mindestens 124 Meilen und insgesamt bis zu 620 Meilen.



Im Innenraum verfügt die Kabine über einen zentralen 15,6-Zoll-Touchscreen und ein 26,8-Zoll-Head-up-Display, das herkömmliche Kombiinstrumente ersetzt. Um die komplexen Berechnungen der VLA 2.0-Software bewältigen zu können, sind alle Versionen des L03 standardmäßig mit benutzerdefinierten Turing-KI-Chips ausgestattet. In China sind High-End-Varianten mit zwei dieser Chips ausgestattet, was dem Fahrzeug eine Gesamtrechenleistung von 1.500 TOPS verleiht. Es wird interessant sein zu sehen, welche Version des L03 in Europa auf den Markt kommt. Für ein Fahrzeug dieser Preisklasse ist dies jedoch ein beispielloses Maß an digitaler Leistung.

Das europäische Angebot von XPeng beginnt derzeit bei über 52.700 US-Dollar, was seine Attraktivität für Premium-Käufer einschränkt. Es wird erwartet, dass der L03 dies ändert, indem er in Europa zu einem Startpreis von rund 35.000 US-Dollar auf den Markt kommt. Wenn die Vorhersagen stimmen, wird diese aggressive Preisgestaltung das automatisierte Fahren der Spitzenklasse auch für Alltagskäufer zugänglich machen. Kurioses Detail: Das Modell wird in China unter der künstlerischen Untermarke „MONA“ verkauft, aber das Unternehmen wird auf den globalen Märkten das viel trockenere Typenschild „XPeng L03“ verwenden, offenbar um internationale Käufer nicht zu verwirren.



Der Einsatz autonomer Technologie im Ausland bedeutet, sich durch ein Minenfeld internationaler Vorschriften zu bewegen. Das WP.29-Forum der Vereinten Nationen hat seine Sicherheitsrichtlinien für Fahrerassistenzsysteme aktualisiert und damit einen strengen neuen Rahmen für fortschrittliche Fahrhilfen geschaffen. He Xiaopeng, CEO von XPeng, hat bestätigt, dass das Unternehmen plant, seine VLA-Software ab 2027 offiziell mit mehrsprachigen Sprachassistenten auf internationale Märkte zu bringen.

Der XPeng L03 startet am 16. Juli in München und wir werden für alle Details vor Ort sein. Der L03 hat großes Potenzial, ein echter Marktstörer zu werden. Wenn das Unternehmen beschließt, ihn zu einem attraktiven Preis zu verkaufen, wird dieser kompakte Crossover zum Favoriten vieler Familien werden, und natürlich verfolgen viele Konkurrenten dieses Debüt aufmerksam.

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