Die deutsche Rüstungsbeschaffungsagentur hat ein Konsortium bestehend aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition mit der Entwicklung eines Hochenergie-Laserwaffensystems für die Deutsche Marine beauftragt.
Der Auftrag im Wert von mehreren hundert Millionen Euro umfasst die Entwicklung eines kompletten maritimen Laserwaffensystems inklusive der gesamten Einsatzkette von der Aufklärung und Verfolgung von Zielen bis zur Bekämpfung. Die Lieferung wird im Jahr 2029 erwartet.
Zur Vertragsabwicklung gründen die Unternehmen ein Joint Venture, wobei im gesamten Programm besonderer Wert auf deutsche Lieferketten und nationale Expertise gelegt wird.
„Das Laserwaffensystem wird unseren auf Kriegsschiffen eingesetzten Soldaten einen deutlich besseren Schutz bieten, insbesondere vor Drohnen“, sagte der Leiter der Waffen- und Munitionssparte von Rheinmetall, Roman Köhne.
„Die Serienproduktion wird größtenteils in Deutschland stattfinden, wodurch neue Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen. Wir freuen uns über das Vertrauen, das uns durch diesen Vertrag entgegengebracht wird.“
Marine-Laser-Demonstrator
Die Laserwaffe wird die bestehenden Kanonen und Lenkflugkörper der Deutschen Marine ergänzen. Es basiert auf dem von Rheinmetall und MBDA gemeinsam entwickelten Marine-Laser-Demonstrator, der mehr als ein Jahr Seeerprobung an Bord der Fregatte Sachsen absolviert hat.
Während der Tests legte das System mehr als 28.000 Seemeilen (51.856 Kilometer/32.221 Meilen) durch die Nordsee, die Ostsee und das Mittelmeer zurück und feuerte selbst bei widrigen Wetterbedingungen mehr als 1.000 Schüsse erfolgreich gegen Luft-, See- und Landziele ab.
Der Demonstrator validierte außerdem die fortschrittliche Strahlqualität und Zielverfolgungsfähigkeiten, die es dem Laser ermöglichen, seine Energie präzise auf sich bewegende Ziele zu fokussieren, um einen schnelleren und effektiveren Angriff zu ermöglichen und gleichzeitig weniger Energie zu benötigen.
„Das von MBDA und Rheinmetall entwickelte Laserwaffensystem ist ein Flaggschiff-Technologieprojekt mit einem sehr hohen Maß an technologischem Anspruch“, sagte Thomas Gottschild, CEO von MBDA Deutschland und Executive Vice President Strategy and Future Growth von MBDA.
„Er erfüllt die spezifischen Anforderungen der Bundeswehr und wird die Verteidigungsfähigkeiten der Deutschen Marine gegen Luft-, See- und Landziele deutlich stärken. Der containerisierte Lasereffektor wird auch für die Hafensicherheit und andere Anwendungen kostengünstig sein.“