Während es kaum greifbare Auswirkungen auf die Bundeskoalition von Merz geben wird, wird er einen Großteil der politischen Verantwortung tragen, wenn die traditionellen Konservativen in diesen Bundesländern große Verluste gegenüber der AfD erleiden. Dies liegt unter anderem daran, dass es Merz in einer zunehmend populistischen Zeit schwerfällt, sich als Mann des Volkes zu präsentieren.
Schon bevor er Kanzler wurde, wurde Merz (ein ehemaliger BlackRock-Manager, der dafür bekannt ist, mit seinem eigenen Privatjet durch Deutschland zu fliegen) oft beschuldigt, keinen Kontakt zu den Stammwählern zu haben.
Tatsächlich scheint es Merz oft leichter zu fallen, mit Wirtschaftsführern zu interagieren, als Fragen der Öffentlichkeit zu beantworten. Dies könnte erklären, warum er während seiner Reise durch das Land in den letzten Tagen hauptsächlich vor Geschäftspublikum sprach, wo er wahrscheinlich eher gut aufgenommen wird.
Der größte Nutznießer der politischen Misserfolge von Merz ist die Alternative für Deutschland, die in den Umfragen den konservativen Block der Kanzlerin mittlerweile deutlich übertroffen hat. | Jens Schlüter/Getty Images
Bei einer Veranstaltung zum „Unternehmertag“ in der westdeutschen Stadt Düsseldorf letzte Woche verwies Merz auf die jüngste Zustimmung seines Kabinetts zu einem Gesundheitsreformpaket zur Eindämmung steigender Kosten und auf den Vorstoß seiner Regierung für weniger EU-Regulierung in Brüssel. Wie schon bei seinem Besuch in Salzwedel forderte er die Wirtschaftsführer auf, seiner Regierung mehr Zeit für die umfassenden Reformen des Steuer- und Rentensystems zu geben, die viele von ihnen für notwendig halten, um den Wettbewerbsvorteil Deutschlands wiederherzustellen.
„Das ist ein Prozess, den ich vorantreibe, den ich weiter vorantreiben möchte und den ich beschleunigen möchte“, sagte Merz. „Aber – und das gehört auch dazu –, dass man das in einer Demokratie nicht einfach verordnen kann, sondern dass man es mühsam und Schritt für Schritt erreichen muss“, fuhr Merz fort und fügte hinzu, dass „Demokratie manchmal langsam“ und „manchmal mühsam“ sei.
Als Zeichen dafür, wie schwierig es für die Regierung Merz sein wird, umfassende Reformen durchzusetzen, kämpfte die Kanzlerin am Dienstag darum, bei einem Treffen von Gewerkschaftern in Berlin davon zu überzeugen, dass eine Reform des Rentensystems angesichts der alternden Bevölkerung Deutschlands unvermeidlich ist.