Die Bundesregierung veröffentlicht Technologie-Roadmaps für sechs Schlüsseltechnologien

Die Bundesregierung veröffentlicht Technologie-Roadmaps für sechs Schlüsseltechnologien

Das Bundeskabinett hat die Roadmaps für die Schlüsseltechnologien der deutschen Hochtechnologieagenda (HTAD) vorgelegt. Das HTAD ist das innovationspolitische Kernprojekt der Bundesregierung zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und technologischer Souveränität. Seit seiner Verabschiedung vor weniger als einem Jahr wurde bereits fast die Hälfte der 76 Leitmaßnahmen umgesetzt. Mit der Veröffentlichung der Technologie-Roadmaps unternimmt die Bundesregierung den nächsten Schritt in Richtung HTAD-Implementierung.

Symbolbild

Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, erklärt: „Mit der deutschen Hightech-Agenda rücken wir Hightech ‚Made in Germany‘ erneut in den Vordergrund. Neue Technologien und Innovationen eröffnen enorme Chancen für Wachstum, Wohlstand und Fortschritt. Ob bessere Krebstherapien oder saubere Energie aus Fusion, Spitzentechnologie, wir müssen unsere exzellente Forschung noch schneller in Innovationen, neue Technologien, Wirtschaftskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit umsetzen. Das kann nur gemeinsam gelingen: Ich lade alle ein, die HTAD aktiv mitzugestalten.

Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche erklärt: „Im internationalen Wettbewerb ist heute nicht mehr nur die Qualität der Forschung entscheidend, sondern auch die Geschwindigkeit ihrer Umsetzung. Deutschland muss Innovationen schneller in industrielle Stärke umsetzen, insbesondere in Schlüsseltechnologien wie Energie, Batterien und Mikroelektronik. Wenn es technologisch souverän bleiben will, muss es Innovationen ermöglichen, Investitionen mobilisieren und Bürokratie abbauen. Genau daran arbeiten wir.“

Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger erklärt: „Künstliche Intelligenz ist die größte Chance unserer Zeit, Wohlstand, Fortschritt und Innovation völlig neu zu definieren. Wir müssen KI nicht nur umfassend nutzen, sondern auch selbst entwickeln, und wir haben alles, was wir dafür brauchen: brillante Köpfe, Spitzenforschung, einen extrem starken Mittelstand und eine dynamische Szene für Startups. Mit der KI-Roadmap bündeln wir unsere Kräfte und beschleunigen die Umsetzung der Hightech-Agenda.“

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas erklärt: „Künstliche Intelligenz bietet große Chancen für die Wirtschaft und die Arbeitswelt. Es ist entscheidend, dass wir diese Chancen so nutzen, dass gute Arbeit erhalten bleibt und neue Perspektiven entstehen. Deshalb haben wir zentrale Themen in der KI-Roadmap verankert: gute Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und Teilhabe sowie die Entwicklung von KI-Kompetenzen in der gesamten Arbeitsgesellschaft. Denn technologischer Fortschritt ist ein echter Fortschritt, wenn er möglichst vielen Menschen zugute kommt.“

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erklärt: „Wir können den Verkehr nur dann nachhaltiger und zukunftssicherer machen, wenn wir die Technologien von morgen auf der Straße, in der Luft und im Wasser zusammenbringen.“ Mit HTAD schaffen wir dafür eine starke gemeinsame Plattform: Hier bündeln wir die Stärken der wichtigsten Zukunftstechnologien, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken und klimaneutrale Mobilität voranzutreiben. Mit einem Masterplan für wasserstoff- und strombasierte Kraftstoffe im Verkehr stellen wir nun die Roadmap für „Gleichzeitig investieren wir in Forschung, Entwicklung und Marktaktivierung neuer Antriebslösungen, insbesondere dort, wo die Klimaneutralität eine besondere Herausforderung darstellt: bei schweren Nutzfahrzeugen sowie im Luft- und Seeverkehr. Damit bauen wir Brücken in eine klimaneutrale Zukunft des Verkehrs, technologieoffen, innovativ und mit einer klaren Richtung.“

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erklärt: „Biotechnologie und Künstliche Intelligenz sind Schlüsseltechnologien für die Medizin der Zukunft. Sie eröffnen neue Möglichkeiten, innovative Medikamente schneller und gezielter zu entwickeln sowie lebensbedrohliche Krankheiten früher zu erkennen und zu behandeln. Mit der deutschen Hightech-Agenda schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass diese Potenziale in Forschung und Gesundheitsversorgung sicherer, verantwortungsvoller und im Interesse der Patienten wirksamer genutzt werden können. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Gesundheitsversorgung stärken wir so Prävention und Resilienz in.“ unser Gesundheitssystem.“

Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Inneres, kommentierte: „Die High-Tech-Agenda Deutschlands, insbesondere in den Bereichen KI und Biotechnologie, bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für die Forschungseinrichtungen in meinem Portfolio und natürlich auch für die Agrar-, Ernährungs- und Ernährungsindustrie Ernährung. So schaffen wir Beschäftigung und eine Zukunft für unser Land.

Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, kommentierte: „Die deutsche Hightech-Agenda und die hier vorgestellten Roadmaps zeigen, wie wir alle zu Schöpfern von Hochtechnologien und Innovationen und damit der Welt von morgen werden können. Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz haben das Potenzial, unser Zusammenleben und unseren Alltag entscheidend zu verändern. Es ist wichtig, KI-Technologien im Einklang mit unseren gesellschaftlichen Grundwerten weiterzuentwickeln und insbesondere Kinder und Jugendliche zu befähigen, sie kritisch zu nutzen. Um dies zu ermöglichen, „Wir wollen mit unseren KI-Bildungs- und Kompetenzmaßnahmen eine breite Gesellschaftsschicht erreichen und MINT-Kompetenzen in der Bildungsrepublik Deutschland stärken.“

Hintergrund

Die Deutsche Hightech-Agenda ist das zentrale innovationspolitische Projekt der Bundesregierung. Im Fokus stehen sechs Schlüsseltechnologien, die für die Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftskraft und Souveränität Deutschlands entscheidend sind: Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung sowie Technologien für klimaneutrale Mobilität. Darüber hinaus gibt es fünf strategische Forschungsfelder und allgemeine Hebel zur Stärkung des Innovationsökosystems.

Damit HTAD-Investitionen Wirkung zeigen, ist ein gemeinsamer Leitlinienrahmen erforderlich. Mit den heute vorgestellten Technologie-Roadmaps geht die Bundesregierung einen entscheidenden Schritt in diese Richtung. Roadmaps schaffen Transparenz und machen politische Ziele greifbar. Sie integrieren die bereits laufenden Leitmaßnahmen des Bundes und die Beiträge der Länder, definieren Meilensteine ​​und identifizieren Katalysatoren und Rahmenbedingungen. Dadurch bündeln sie die Anstrengungen unterschiedlicher Stakeholder und beschleunigen die Umsetzung.

Entwicklung der Roadmaps: Die HTAD-Roadmaps basieren auf 26 Dialogen mit Partnern, die die Bundesregierung von Januar bis April 2026 zu Schlüsseltechnologien geführt hat. Vertreter aus Ministerien, Bundesländern, Wissenschaft, Industrie und anderen Stakeholdern diskutierten in diesem Zeitraum gemeinsam die konkreten Entwicklungspfade der Technologie.

Auf dieser Grundlage wurden die Roadmaps in enger Abstimmung zwischen den Ministerien entwickelt (Inhaltlich verantwortlich: BMFTR, BMWE, BMDS, BMAS, BMV; Mitwirkende u.a. BMG, BMLEH, BMBFSFJ). Die Roadmaps werden nun gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie den Bundesländern umgesetzt und regelmäßig aktualisiert.

Was sind die konkreten Vorteile von Roadmaps? Beispiele für Schlüsseltechnologien:

Künstliche Intelligenz: Gemeinsam mit europäischen Partnern wird Deutschland zum weltweit führenden KI-Land und zum Leitmarkt für industrielle Anwendungen von KI und KI-basierter Robotik. Mit dem „AI Robotics Booster“ konzentriert sich das BMFTR 2026 eigenständig auf eingebettete KI. Mikroelektronik: Die Roadmap basiert weitgehend auf der „Mikroelektronikstrategie der Bundesregierung“, die gemeinsam von BMWE und BMFTR entwickelt und im Oktober 2025 vom Bundeskabinett verabschiedet wurde. Hauptziele sind der Ausbau der Chipdesign-Kompetenzen in Deutschland, die Beschleunigung des Transfers vom Forschungslabor in die industrielle Umsetzung, der weitere Ausbau der Marktanteile im wachsenden Chipmarkt und die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Lieferketten. Neue Chipfabriken, Pilotlinien und das ausgeschriebene Chipdesign-Kompetenzzentrum sollen Deutschland zum europäischen Zentrum für Chipdesign machen. Quantentechnologien: Bis 2030 wollen wir in Europa zwei fehlerkorrigierende Quantencomputer der Weltklasse bauen. Bis 2030 sollen Quantensensoren in medizinischen Anwendungen Einzug halten, beispielsweise zur Früherkennung von Krankheiten, lange bevor sichtbare Symptome auftreten. Die Quantenkommunikation – von Forschungssatelliten bis hin zu Quantenrepeatern in Glasfasernetzen – wird die Cybersicherheit auf eine neue physikalische Grundlage stellen. Biotechnologie: Bis 2028 wird die erste Krebsimmuntherapie mit an den Tumor jedes Patienten angepasster mRNA zugelassen. Im selben Jahr wurde das Berliner Zentrum für genetische und zelluläre Therapien eingeweiht, das das BMFTR bis 2035 mit bis zu 100 Millionen Euro unterstützt und in dem bis zu 20 aufstrebende Unternehmen parallel an neuen Therapien arbeiten können. Fusion: Das weltweit erste kommerzielle Fusionskraftwerk wird in Deutschland gebaut. Dies schafft bereits heute Mehrwerte und Arbeitsplätze in der Laser-, Magnet- und Materialforschung. Batterie: Im Batteriezellen-Forschungs- und Produktionszentrum in Münster wurde im Dezember 2025 erstmals eine funktionsfähige Lithium-Ionen-Batteriezelle in einer europäischen Prozesskette von Anfang bis Ende hergestellt. Neue Zellchemien wie Natrium-Ionen-Batterien reduzieren die kritische Abhängigkeit von Rohstoffen.

Wie es weitergeht: Roadmaps sind ausdrücklich als lebendige Arbeitsdokumente konzipiert. Sie werden gemeinsam mit Umsetzungspartnern, Stakeholdern und der Öffentlichkeit weiterentwickelt. Die freigeschaltete Online-Beratung ist hierfür das zentrale Format. Neue Roadmaps sind in Planung; So wurde beispielsweise der Prozess zur Wasserstoff-Roadmap gestartet.

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