Die deutschen Grünen gewinnen wichtige Landesabstimmung und versetzen damit der Merz-Koalition einen Schlag

Die deutschen Grünen gewinnen wichtige Landesabstimmung und versetzen damit der Merz-Koalition einen Schlag

„Was für ein großartiges Comeback!“ Özdemir erzählte es seinen begeisterten Anhängern nach Schließung der Wahllokale. Umfragen zeigten, dass der Sieg der Grünen vor allem auf die Beliebtheit des gemäßigten Özdemir bei den Wählern zurückzuführen war.

Die Abstimmung in Baden-Württemberg ist die erste von fünf Landtagswahlen und zahlreichen Kommunalwahlen, die in den kommenden Monaten landesweit im sogenannten Superwahljahr stattfinden werden. Die Abstimmung wird weithin als wichtiger Test für die nationale Stimmung angesehen, da die rechtsextreme Partei Alternative für Deutschland (AfD) versucht, die Konservativen von Merz zu überholen und im September in zwei östlichen Bundesländern große Siege zu erringen.

Özdemir wird nun die Nachfolge des beliebten grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (77) antreten, der sich entschieden hat, keine weitere Amtszeit anzustreben. Die CDU-Führer hofften, dass Kretschmanns Abgang es ihnen ermöglichen würde, den Staat von den Grünen zurückzuerobern, die vor Kretschmanns Machtübernahme im Jahr 2011 eine konservative Hochburg waren.

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel begrüßt seine Anhänger letzte Woche bei einer Kundgebung in der Nähe von Stuttgart (Mitte). Ferdinand Knapp/POLITIKER

Der Spitzenkandidat der CDU, Manuel Hagel, 37, geriet in die Kritik, nachdem während des Wahlkampfs ein Video von ihm aus dem Jahr 2018 aufgetaucht war, in dem er über den Besuch einer High-School-Klasse sprach und sagte, dass es für einen jungen Gesetzgeber „schlimmere Orte“ gäbe, als in einer Klasse, die zu 80 Prozent aus Mädchen besteht. Hagels Verbündete bezeichneten das von einem Grünen-Abgeordneten gepostete Video als Teil einer Verleumdungskampagne.

Doch in einem Wahlkampf, der von der Besorgnis über den Niedergang der gepriesenen Autoindustrie des Staates dominiert wurde, ging die AfD als größter Gewinner des Abends in Bezug auf den Prozentsatz der gewonnenen Stimmen hervor und landete nach vorläufigen Ergebnissen mit 18,7 Prozent auf einem starken dritten Platz und verdoppelte damit nahezu ihre Unterstützung.

Die rechtsextreme Partei nutzte die wachsenden wirtschaftlichen Missstände und die wachsende Unzufriedenheit unter den Arbeitern im verarbeitenden Gewerbe, um den Staat zu einer ihrer stärksten Stützpunkte im Westen des Landes zu machen, außerhalb ihrer traditionellen Hochburgen in der ehemaligen DDR.

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