Die Niederlage der UN schadet Deutschlands internationaler Position | Euroactiv

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Der erste Scheitern Deutschlands bei der Wahl zu einem nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat hat Berlin verärgert.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der versucht hat, sich als außenpolitisch orientierte Führungspersönlichkeit zu positionieren, betonte, dass „das Ergebnis nichts an den Aufgaben ändert, vor denen wir in den Vereinten Nationen stehen“ und dass Deutschland „eine verlässliche Säule des multilateralen Systems“ bleiben werde.

Seine das Gegenteil verharmlosende Bemerkungen konnten seinen Koalitionspartner, die Sozialdemokraten (SPD), nicht überzeugen.

Das Bekenntnis Deutschlands „zum Völkerrecht muss noch klarer und kohärenter werden“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Siemtje Möller.

Bei der geheimen Abstimmung in der UN-Generalversammlung gewannen Portugal und Österreich mit 134 bzw. 131 Stimmen, während Deutschland nur 104 Stimmen erhielt.

Als Faktoren für die Niederlage Deutschlands wurden unter anderem der vergleichsweise späte Beginn des Wahlkampfs genannt, der es sowohl Österreich als auch Portugal ermöglichte, frühzeitig Unterstützungszusagen zu erhalten, sowie die Positionierung Berlins als überzeugter Verbündeter der Ukraine und Israels.

Außenminister Johann Wadephul sagte, Russland sei gegen die Kandidatur Deutschlands, weil Berlin zum wichtigsten Unterstützer Kiews geworden sei. Beamte des Außenministeriums spekulierten jedoch auch, dass ein Faktor die internationale Wahrnehmung sei, dass Deutschland ein starker Unterstützer Israels sei.

Wadephul, der im Allgemeinen nicht als besonders Jerusalem-nah angesehen wird, räumte nach der Abstimmung ein, dass die Haltung Deutschlands möglicherweise eine Rolle gespielt habe. „Vielleicht hat es uns Stimmen gekostet, dass Deutschland im Nahostkonflikt stets eine besondere Verantwortung gegenüber Israel tragen muss“, sagte Wadephul und fügte hinzu: „Wir werden unserer historischen Verantwortung weiterhin gerecht.“

An der Wahrnehmung, dass Deutschland nicht kritisch genug sei, haben sich offenbar auch die im vergangenen Jahr von der Merz-Regierung verhängten vorübergehenden Rüstungsexportbeschränkungen Berlins gegenüber Israel nicht geändert. Anfang des Jahres gab Wadephuls Außenministerium außerdem die von der Vorgängerregierung angekündigten Pläne auf, in Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof im Zusammenhang mit Südafrikas Völkermordvorwürfen gegen Israel einzugreifen.

Ein weiterer Faktor könnte die Reaktion Deutschlands auf den Iran-Krieg gewesen sein, bei dem Berlin eine mäandrierendere Rolle einnahm als andere Länder. Insbesondere bedankte sich die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger nach der Abstimmung beim iranischen Außenminister Abbas Araghchi und veröffentlichte ein gemeinsames Foto der beiden in den sozialen Medien.

Aufgrund seiner neutralen Haltung hat Wien keine Waffen an die Ukraine geliefert, eine Position, die dazu beigetragen hätte, Stimmen aus Russland und auch aus pro-Moskau-Ländern zu gewinnen.

(Körpergewicht)

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