Kernpunkte: Die EU-ETS-Überprüfung weitet CO2-Zertifikate zum ersten Mal auf internationale Flüge aus und lockt Privat-/Geschäftsflugzeuge an, nimmt jedoch Flüge über 5.000 km aus, wodurch die meisten Strecken in den USA und China verschont bleiben und Kritik hervorgerufen wird, dass Langstreckenflüge mit höheren Emissionen von der Preisgestaltung entzogen werden. Die Luftfahrtindustrie (IATA) und ihre internationalen Partner lehnen den Plan entschieden ab und warnen vor Vergeltungsmaßnahmen, Extraterritorialitätskonflikten und Verlust der Wettbewerbsfähigkeit. Stattdessen unterstützen sie das freiwillige CORSIA-Programm der Vereinten Nationen, das die Kommission selbst als unzureichend erachtete und dessen vollständige Abdeckung für eine Neubewertung im Jahr 2032 auf dem Tisch bleibt. Die Auswirkungen auf die Passagierkosten werden voraussichtlich moderat sein (~10 € Paris-Madrid, ~31 € Paris-Istanbul), und die Unterstützung wird damit auf SAF ausgeweitet Langfristige Kaufverträge sind die einzige Maßnahme, die breite Unterstützung in der Industrie findet, obwohl die SAF-Versorgung weiterhin durch Rohstoffengpässe eingeschränkt ist. Zusammenfassung
Die Europäische Kommission hat eine umfassende Reform ihres Emissionshandelssystems (ETS) vorgeschlagen, die erstmals die CO2-Bepreisung auf internationale Flüge ab Europa ausweiten würde, allerdings mit einer wichtigen Ausnahme, die Flüge über 5.000 Kilometer, die die meisten Strecken in die USA und nach China abdecken, von der Steuer ausnehmen würde. Nun würden Privat- und Geschäftsflugzeuge einbezogen, die bislang außerhalb des Systems lagen. Interessengruppen wie Transport & Environment bezeichnen den Plan als „pragmatisch“ und gehen von nur bescheidenen Erhöhungen der Ticketpreise aus (z. B. ~10 € für Paris-Madrid, ~31 € für Paris-Istanbul), kritisieren jedoch den Ausschluss längerer Flüge mit höheren Emissionen. Die Luftfahrtindustrie, angeführt von Willie Walsh von der IATA, und internationale Partner, darunter die Vereinigten Staaten und China, lehnen den Schritt entschieden ab, warnen vor Vergeltungsmaßnahmen, Streitigkeiten über die Extraterritorialität und einer verringerten europäischen Wettbewerbsfähigkeit und befürworten stattdessen das freiwillige CORSIA-Entschädigungssystem der Vereinten Nationen. Allerdings kam die Kommission in ihrer eigenen Bewertung zu dem Schluss, dass CORSIA als Alternative nicht ausreicht, was die Möglichkeit offen lässt, die vollständige internationale Abdeckung noch einmal zu überdenken, falls CORSIA seine Überprüfung im Jahr 2032 nicht bestehen sollte. Ein gemeinsamer Punkt ist die verstärkte Unterstützung für nachhaltigen Flugtreibstoff (SAF), wobei die kostenlosen Genehmigungen verlängert und mit langfristigen Abnahmevereinbarungen verknüpft werden, um die Sicherheit für Investoren zu erhöhen, obwohl die SAF-Versorgung weiterhin durch begrenzte Biomasse-Rohstoffe eingeschränkt ist.