Europäische Hitzewelle löst 5G-Verschwörungsbehauptungen aus, obwohl Experten sagen, dass die Physik unmöglich sei

Europäische Hitzewelle löst 5G-Verschwörungsbehauptungen aus, obwohl Experten sagen, dass die Physik unmöglich sei

Während Westeuropa im Juni aufgrund extremer Hitze und rekordverdächtiger Temperaturen schwitzt, haben sich in den sozialen Medien falsche Behauptungen verbreitet, dass 5G-Türme dafür verantwortlich seien. Allerdings sagen Klimaforscher und Telekommunikationsexperten, dass drahtlose Netzwerke keinen nennenswerten Einfluss auf Wettersysteme oder atmosphärische Temperaturen haben.

Was passiert?

Die rekordverdächtige Hitze im Juni in Westeuropa fiel mit einer Welle von Social-Media-Beiträgen zusammen, in denen 5G beschuldigt wurde, die hohen Temperaturen verursacht zu haben. Von AFP Fact Check zitierte Experten sagten, diese Behauptung sei unbegründet und stellten fest, dass 5G die atmosphärische Hitze oder das Wettergeschehen nicht wesentlich beeinflusst.

Das Gerücht tauchte auf mehreren Plattformen auf. Auf Facebook hieß es in einem Beitrag: „Nicht wegen des Klimawandels oder der Kohlenstoffemissionen, sondern Europa wurde durch 5G verbrannt“ und verwies auf Geoengineering und die „globale Elite“. Die gleiche Aussage wurde auch auf Instagram geteilt.

Der Beitrag enthält KI-generierte Bilder von Europäern, die unter der Hitze von 48 Grad Celsius (ungefähr 118 Grad Fahrenheit) leiden, während ein drohender 5G-Turm vor dem Kolosseum in Rom rote Wellen ausstrahlt.

Bildnachweis: Facebook

Stattdessen verweisen Forscher auf eine langfristige Klimaerwärmung. AFP sagte, John Kennedy, der Chef-Klimainformationsbeauftragte der WMO, beschrieb die aktuelle Hitze als im Einklang mit Europas allgemeinem Erwärmungstrend und fügte hinzu, dass der Kontinent etwa zwei Grad wärmer sei als während der Hitzewelle von 1976 und dass extreme Temperaturen häufiger geworden seien.

Sie erklärten 5G als einen Mobilfunkstandard, der geschaffen wurde, um mehr Daten über verschiedene Funkfrequenzen zu übertragen. Trotz dieser banalen Funktion hat es immer wieder Verschwörungstheorien hervorgebracht, für die es keine glaubwürdigen Beweise gibt.

Warum ist es wichtig?

Falsche Erklärungen über gefährliche Hitze können von den tatsächlichen Bedrohungen, denen Menschen ausgesetzt sind, und den Maßnahmen, die wirklich zu ihrem Schutz beitragen können, ablenken.

Extreme Hitze ist nicht nur unangenehm; Es stellt eine der tödlichsten Klimagefahren dar, insbesondere für ältere Menschen, Arbeiter im Freien und Menschen ohne zuverlässigen Zugang zu Kühlung.

Allein die Chronologie entkräftet die Behauptung: Die tödliche Hitzewelle von 2003 in Europa ereignete sich lange vor der Einführung von 5G im Jahr 2019. Die AFP sagte, das Ereignis sei mit mehr als 71.000 Todesfällen verbunden.

Experten sagen auch, dass die Physik das Gerücht nicht stützt.

Khoirul Anwar, außerordentlicher Professor an der indonesischen Telekom-Universität, sagte, 5G-Radiowellen seien „extrem schwach im Vergleich zu der Energie, die für die Erwärmung der Atmosphäre in Europa aufgewendet wird“.

Auch der Klimatologe Milan Kloewer erklärte, die Signale seien „zu schwach, um die Atmosphäre zu erwärmen oder Klimasysteme zu schaffen“.

Da Gemeinden wissen, dass Hitzewellen durch den Klimawandel häufiger und intensiver werden, können sie mit besseren Warnsystemen, Kühlplänen und einer widerstandsfähigen Infrastruktur reagieren, anstatt unbegründeten Theorien online nachzujagen.

Was wird getan?

Faktenprüfer, Klimaforscher und Wetterbehörden lehnen weiterhin verbreitete Unwahrheiten ab.

Gleichzeitig verlassen sich Regierungen und Städte in ganz Europa in Zeiten extremer Hitze zunehmend auf Hitzewarnungen, Richtlinien für die öffentliche Gesundheit und Notfallpläne. Diese Bemühungen können Menschen dabei helfen, die Belastung zu reduzieren, kühle Orte zu finden und Anzeichen einer Hitzeerkrankung früher zu erkennen.

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