Am Dienstag finden in Westdeutschland Gedenkfeiern zum fünften Jahrestag der Überschwemmung im Ahrtal statt, bei der mehr als 180 Menschen ums Leben kamen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm an der Eröffnung einer Fotoausstellung in der Stadt Altenahr teil, die an die Katastrophe der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 erinnert, eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der deutschen Geschichte.
Nach heftigen Regenfällen kamen bei Sturzfluten südlich von Köln im westlichen Bundesland Rheinland-Pfalz etwa 136 Menschen und im benachbarten Nordrhein-Westfalen 49 Menschen ums Leben. Eine Person wird weiterhin vermisst und die Überlebenden kämpfen weiterhin mit posttraumatischen Störungen.
„Ein Jubiläum wie dieses ist ein schwieriger Tag“, sagte Steinmeier. „Man möchte nach vorne schauen, aber gleichzeitig spürt man immer noch den Schmerz.“
Fünf Jahre nach der Tragödie seien „der Schmerz und das Leid nicht vergessen“, fügte der Präsident hinzu. „Wir gedenken nicht nur des Ortes einer Katastrophe, sondern auch eines Ortes, der ein beeindruckendes Maß an Solidarität erfahren hat.“
Die Ausstellung mit dem Titel „Wir sind stark: Fünf Jahre, eine neue Vision“ zeigt Porträts von Menschen aus der Region und zeigt in Bildunterschriften, was ihnen geholfen hat, diese schwierige Zeit zu überstehen.
Der Ministerpräsident des Bundesstaates, Gordon Schnieder, erklärte, dass hinter jeder Zahl von Todesopfern das Schicksal einer Person und einer Familie stehe. Gedenken und Erinnern seien wichtig, um dem Schmerz Raum zu geben, fügte er hinzu.
Bundeskanzler Friedrich Merz wird später am Tag an einer Veranstaltung teilnehmen.
Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Matthias Lammert unterstrich am Dienstag die anhaltenden Bemühungen zum Wiederaufbau der beschädigten Region.
„Es gibt Nächte, die ein Land nicht vergisst. Die Flutnacht im Ahrtal war eine dieser Nächte“, sagte Lammert in einer Videobotschaft.
Die Flut riss Autos, Häuser und Menschenleben mit sich und zerstörte die Infrastruktur des Tals weitgehend.
Fünf Jahre später ist der Wiederaufbau immer noch nicht abgeschlossen. Es laufen noch zahlreiche Projekte zur Reparatur von Brücken, Schulen, Krankenhäusern und der örtlichen Infrastruktur. Seit einigen Monaten verkehren die Züge wieder regelmäßig auf allen Strecken.
Die Ahrtal-Kommunalpolitikerin Cornelia Weigand sagte, die Folgen seien „auf dem Land und in unseren Städten noch immer sichtbar“.
„Die Erfahrung hat auch uns als Menschen verändert“, sagte er in einer Rede bei der Ausstellungseröffnung. „Manche Verluste sind unersetzlich.“
Für Weigand ist die Ausstellung eine Mahnung, die Flutkatastrophe nicht zu vergessen.
„Egal, wie viele Hochwasserschutzanlagen wir hier bauen und wie viel Platz wir der Ahr flussaufwärts geben, es wird nicht ausreichen, um die Investitionen und Anstrengungen der Menschen ausreichend zu schützen … vor einem weiteren hundertjährigen Hochwasser“, warnte er und forderte die Bundesregierung auf, in Hochwasserrückhaltebecken zu investieren.
DATEIFOTO – Die Bundesstraße durch das Ahrtal wird durch die Flut hinter einem Tunnel bei Altenahr zerstört. (verbunden mit: „Deutschland feiert fünften Jahrestag der Flutkatastrophe, bei der mehr als 180 Menschen ums Leben kamen“) Thomas Frey/dpa
DATEIFOTO – Eine Luftaufnahme der Schäden, die durch das Übertreten der Ahr nach den tödlichen Überschwemmungen, die Teile von Rheinland-Pfalz verwüsteten, verursacht wurden. (verbunden mit: „Deutschland feiert fünften Jahrestag der Flutkatastrophe, bei der mehr als 180 Menschen ums Leben kamen“) Lino Mirgeler/dpa
DATEIFOTO: Luftaufnahme einer völlig zerstörten Brücke über die Ahr in Ahrweiler nach der Flutkatastrophe. (verbunden mit: „Deutschland feiert fünften Jahrestag der Flutkatastrophe, bei der mehr als 180 Menschen ums Leben kamen“) Boris Roessler/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier legt in der Ahrweiler Friedhofskapelle einen Kranz für die Flutopfer nieder. (verbunden mit: „Deutschland feiert fünften Jahrestag der Flutkatastrophe, bei der mehr als 180 Menschen ums Leben kamen“) Boris Roessler/dpa-Pool/dpa